Café M_

Cafe M © Hildegard Ochse, 1980
Cafe M © Hildegard Ochse 1980

» No Future «
Die Fotoserie entstand im Frühjahr 1980 anlässlich einer 10-tätigen Malaktion der Malerin Elke Lixfeld in dem damaligen s.g. Café Mitropa* in der Golzstraße in Berlin Schöneberg und in den folgenden Wochen. Das »Mitropa« war das erste so genannte »Neoncafé« in Berlin. Die »Einstürzenden Neubauten« schreckten den Bürger mit schwarzen Leder u. Kettenrasseln. Die »Szene« gab sich cool. Ich erinnere mich an ein Clo-Gespräch im Mitropa: »Sekttrinken ist besser als abwarten und Teetrinken«. Müslis u. Weltverbesserer waren nicht gefragt. Die »No Future Kids« zeigen keine Gefühle. Narzissmus ist Trumpf – Beziehungslosigkeit wird kultiviert.
Notizen von Hildegard Ochse, 1980

Die Serie »No Future« zeigt Gäste des Café Mitropa (heute Café M_), umbenannt nach einem Markenrechtsstreit mit der Deutschen Reichsbahn der heutigen Deutschen Bahn AG. Das Café galt in den 80er Jahren als ein Treffpunkt für Besetzer und alternative Szene in Berlin. In der näheren Umgebung vom Winterfeldplatz waren zahlreiche Häuser besetzt und es fanden längere Straßenschlachten insbesondere am 1. Mai mit der Polizei satt. Dort traf man auch fast täglich die Einstürzenden Neubauten, eine deutsche experimentelle Berliner Band. Die Band wurde 1980 von Blixa Bargeld (bürgerlich Christian Emmerich), N.U. Unruh (bürgerlich Andrew Chudy), Gudrun Gut und Beate Bartel gegründet; Letztere gründeten kurze Zeit später Mania D. Die Besetzung fluktuierte anfangs und konsolidierte sich 1981 personell um Bargeld, Unruh, die von der Hamburger Band Abwärts hinzugekommenen FM Einheit und Mark Chung sowie Alexander Hacke.
*Mitropa ist ein eingetragenes Warenzeichen der Deutschen Bahn AG

Sammlung: Berlinische Galerie